Adipositas / Adipös

Adipositas / Adipös

lat: adeps = Fett (Fettsucht, Fettleibigkeit)

Überschreitet das Gewicht Ihres Tieres 15% des Idealgewichtes, ist es als "übergewichtig" einzustufen. Wird dieser Grenzwert von 15% überschritten, spricht man von einem "adipösen" oder "fettleibigen" Tier. Ihr Tierarzt kann Ihr Tier jederzeit wiegen und die Körperkondition bzw. den Ernährungszustand beurteilen. Diese Einstufung dient der Feststellung, ob sich das Gewicht des Tieres im Idealbereich befindet oder diesen übersteigt.

Aktuell leiden rund 50% aller in Deutschland gehaltenen Hunde und Katzen an Übergewicht.

Was Begünstigt das Entstehen einer Fettleibigkeit?

  • Alter
      Ältere Hunde (ab ca. 7 Jahre) haben einen geringeren Energiebedarf als jüngere Hunde. Wird dies bei der Fütterung nicht beachtet und ein energiereiches, schmackhaftes Futter in erhöhten Mengen gefüttert, steigt das Risiko zum Ausbilden einer Fettleibigkeit an.
  • Kastration
      Adipositas tritt bei kastrierten Tieren häufiger auf als bei fortpflanzungsfähigen Tieren. Durch die Kastration oder Sterilisation kommt es zu Veränderungen des Hormonhaushaltes.
      Die Tiere zeigen eine erhöhte Freßlust, bei gleichbleibendem Energiebedarf. Es ist daher nach einer Kastration bzw. Sterilisation besonders darauf zu achten, dass die Tiere nur die Menge an Energie erhalten, die sie zur Deckung ihrer normalen körperlichen Aktivität benötigen.
  • Hormonelle Störungen
      Durch Erkrankungen des Hormonsystems, z.B. eine Schilddrüsenunterfunktion (Lethargie, Haarausfall, trockenes struppiges Fell) oder Morbus Cushing (Überproduktion von Hormonen der Nebennierenrinde , Symptome: vermehrtes Wasserlassen und Wasseraufnahme, Haarausfall und der sogenannte Hängebauch) wird eine Fettleibigkeit begünstigt.
  • Genetische Veranlagung
      Einige Rassen neigen stärker zu einer Fettleibigkeit als andere. Bestimmte Rassen, wie Labrador, Retriever, Cain-Terrier, Cocker-Spaniel, Cavalier King Charles Spaniel sowie Mischlingskatzen, neigen häufig zu Übergewicht.
  • Eingeschränkte Aktivität
      Tiere, die wenig Auslauf haben und inaktiv sind, verbrauchen weniger Energie, als ihnen mit ihrem Futter zugeführt wird.
  • Unangemessen große Futtermengen
      Besonders bei der Fütterung von Trockenfutter ist darauf zu achten, dass dieses nur etwa 7% Wasser enthält. Das Futter enthält die Nährstoffe in sehr konzentrierter Form, so dass nur eine geringe Menge Futter im Gegensatz zu Feuchtfutter benötigt wird. Da das Trockenfutter im Magen des Tieres aufquellen muss und danach erst der Sättigungseffekt entsteht, wird häufig zuviel Trockenfutter vom Tierhalter verfüttert. Besonders bei Welpen wird so die Magenwand überdehnt, so dass nach und nach immer mehr Futter aufgenommen werden muss, bis ein Sättigungsgefühl erreicht wird. Da bei Welpen das Fettgewebe besonders leicht trainiert werden kann, wird in jungen Jahren der Grundstein zur Fettsucht gelegt. Aber auch das Feuchtfutter hat seine Tücken. Oft meint der Tierhalter es besonders gut mit seinem Liebling und füttert beispielsweise ein "Premium-Futter". Dieses hochwertige und energiereiche Futter wurde jedoch für Tiere mit einem hohen Kalorienbedarf entwickelt, wie z. B. säugende Katzen und Hündinnen oder Arbeitshunde. Aber auch die kleinen Leckerli können reines Hüftgold sein, da sie oft einen sehr hohen kalorischen Hauptanteil an Kohlenhydraten und Fett enthalten.

Anzeichen von Übergewicht

  • Rippen lassen sich nicht oder schwer ertasten
  • Keine Taille erkennbar
  • Schwierigkeiten beim Laufen
  • Schwerfälligkeit
  • Kurzatmigkeit
  • Aggressives Verhalten
  • Lange Schlafzeiten

Auch wenn Ihr Tier keines dieser Anzeichen aufweist, kann es trotzdem übergewichtig sein und die Gesundheit dadurch auch zukünftig in Mitleidenschaft gezogen werden. Lassen Sie im Zweifelsfall das Gewicht Ihres Tieres von Ihrem Tierarzt beurteilen. 

Gesundheitliche Risiken (Folgeerkrankungen)

  • Risiko Zuckerkrankheit (bei Katzen höher als bei Hunden)
  • Organverfettung (vor allem der Leber)
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Eingeschränkte Atemkapazität
  • Lahmheiten  

Vorbeugung

Der Hersteller des Futters gibt in der Regel die tägliche Futtermenge an (je nach Gewicht des Tieres).
Beachten Sie:

  • Stören Sie Ihren Hund nicht beim Fressen.
  • Fressen und Trinken sollte an einem ungestörten Ort bereitgestellt werden (immer auf frisches Wasser achten).
  • Beachten Sie die Fütterungsempfehlungen auf den Futterverpackungen.
  • Bleiben Sie jedoch flexibel, denn Sie sollten die Futtermenge in Abhängigkeit vom Temperament und der Aktivität des Hundes verabreichen. Sie kennen Ihren Hund am besten.
  • Stellen Sie den Hund wöchentlich auf die Waage. Dadurch kann man genau erkennen, ob der Hund zu- oder abnimmt.
  • Alle Leckereien müssen in die Rechnung mit einbezogen werden.
  • Bieten Sie Ihrem Hund ausreichend Bewegung und Aktivität.

Behandlung

Ziel bei der Behandlung von Adipositas ist es, eine Gewichtsreduktion von 1-2% der Ursprünglichen Körpermasse pro Woche zu erzielen.

 

     
  Als Ernährungsberaterin für Hunde stehe ich Ihnen jederzeit gerne bei der Beantwortung Ihrer Fragen zur Verfügung!  
     

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